Manchmal reicht ein einzelnes Wort, oder auch nur ein Blick und in Sekundenschnelle steigen die Gefühle in uns hoch. Wir gehen regelrecht an die Decke. Sind wütend, trotzig, verletzt. Es fühlt sich an, als hätten wir die Kontrolle über uns verloren. Der Rückzug ist vorprogrammiert.
Unser Ego- die innere Kampfmaschine- ist angesprungen. Aber warum? Warum reagieren wir so?
Das Ego – der Krieger aus der Vergangenheit
Unser Ego haben wir uns Stück für Stück in unserer Kindheit selbst aufgebaut. Es ist unser Schutzmechanismus, unser Krieger aus der Vergangenheit. Unsere Kampfmaschine, die auf uns aufpasst. Als Kinder widerfahren uns täglich tausende kleinere und auch größere Verletzungen. Wir werden geärgert, bevormundet, fühlen uns im Stich gelassen und übersehen. Weil all dies unserem Herz wehtut, entwickeln wir uns unsere Kampfmaschine. Sie baut eine Mauer um unser Herz auf und schützt uns mit Abwehrstrategien. Wut, Trotz, Rückzug und Kontrolle werden geboren. Wir gehen in die Abwehr oder in den Kampf. Unser Ego erwacht, sobald alte Wunden berührt werden. Sofort steht die Kampfmaschine bereit, um unser Herz vor weiteren Verletzungen zu schützen.
Ein Schutzmechanismus, der uns als Kind unser Selbst beschützt hat. Ohne ihn wären wir nur ein Häufchen Elend. Automatische Verhaltensweisen haben sich gefestigt und begleiten uns so, unser Leben lang.
Das Ego sehnt sich nach Liebe und nicht nach Sieg
Das Ego denkt nicht mit. Es reagiert auf das, was von außen kommt und lässt unser unbewusstes Blitzschnell reagieren. Doch warum fühlen wir uns schlecht, wenn das Ego mal wieder aktiv war? Unsere Kampfmaschine kämpft eigentlich gegen uns selbst. Sie sorgt für den Kontaktabbruch (wenn auch manchmal nur für kurze Zeit) dabei brauchen wir eigentlich Nähe. Wir wollen gesehen werden, Sicherheit, Mitgefühl, Halt und Liebe. All das, was uns in unserer Kindheit gefehlt hat und dafür gesorgt hat, dass wir uns unser Ego erschaffen haben.
Im Erwachsenenalter will uns das Ego weiterhin schützen, dabei bewirkt es genau das Gegenteil. Seine Strategien stehen uns bei der Heilung unserer Verletzungen im Weg. Doch wie schaffen wir es aus diesem Automatismus auszubrechen?
Die bewusste Auseinandersetzung ist der Schlüssel
Wenn die Kampfmaschine wütet, frage dich (gerne auch im Nachhinein):
- Was hat mich gerade wütend gemacht, und woran erinnert es mich aus meiner Kindheit?
- Wovor will mein Ego mich gerade schützen?
- Was brauche ich gerade wirklich und wie bekomme ich es?
Wenn wir beginnen, unsere Kampfmaschine zu verstehen, können wir den selbst erlernten Automatismus durchbrechen und beginnen unsere Verletzungen zu heilen.
Also, worauf wartest du? Schnapp Dir Dein Ego und finde raus, was es dir sagen will.

